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Bild: Kay Nietfeld / picture-alliance / dpa / Associated Press

Facebook hat eine neue Initiative gestartet, um Hassreden und Online-Extremismus inmitten der anhaltenden Flüchtlingskrise in Europa zu bekämpfen, gab das Unternehmen am Montag bekannt.

Die Online-Zivilcourage-Initiative soll die Nutzer in die Lage versetzen, extremistische Ansichten wirksam zu bekämpfen.

"Im vergangenen Jahr haben Millionen von Menschen online zusammengearbeitet, um Flüchtlinge zu unterstützen und sich mit den Opfern von Terroranschlägen solidarisch zu engagieren", schrieb Facebook-COO Sheryl Sandberg am Montag in einem Facebook-Post. "Aber wir haben auch gehört, dass Hass hasser lauter wird. Da Extremismus Leben und Gesellschaften auf der ganzen Welt schädigt, war es nie wichtiger, diese Stimmen zu fordern."

Das Unternehmen hat nicht genau beschrieben, was es vorhatte, aber es scheint, als würden mächtige Nichtregierungsorganisationen finanziert, die bereits im Kampf gegen Radikalismus und Hassrede im Internet tätig sind.

Facebooks Partner sind das Internationale Zentrum für Radikalisierungsforschung, das Institut für Strategischen Dialog und die Amadeu Antonio Foundation.

Zunächst hat die Gruppe mehr als 1,09 Millionen US-Dollar zugesagt, um europäische Nichtregierungsorganisationen und gemeinnützige Organisationen zu unterstützen, die bereits an dem Thema arbeiten. Es wird Best Practices für NGOs, Regierungen und Online-Dienste entwickeln und die Erforschung der Ursachen von gewalttätigem Extremismus und Hassreden finanzieren.

"Das Löschen von Inhalten lässt den Hass nicht verschwinden", fügte Sandberg hinzu. "Wir können nicht nur die Symptome behandeln, wir müssen die Ursache behandeln."

Laut dem offiziellen Help Center von Facebook betrachtet das Unternehmen Hassrede als "Inhalt, der Menschen basierend auf ihrer tatsächlichen oder wahrgenommenen Rasse, ethnischen Herkunft, nationaler Herkunft, Religion, Geschlecht, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder Krankheit angreift".

In den letzten Jahren haben Befürworter-Gruppen das Unternehmen dazu gedrängt, seine Richtlinien zu aktualisieren, während Kritiker argumentierten, dass das soziale Netzwerk nicht genug unternimmt, um sie durchzusetzen.

Sandberg kündigte die neue Initiative am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Deutschland an, einem Land, in dem die Bekämpfung von Rhetorik gegen Flüchtlinge und Fremdenfeindlichkeit im Mittelpunkt stand.

Das Internet gibt Stimme. Es hilft den Menschen, die Momente zu teilen, die ihnen wichtig sind - und sich für die Dinge einzusetzen, die sie …

Gepostet von Sheryl Sandberg am Montag, 18. Januar 2016

Im vergangenen August forderte der deutsche Justizminister Facebook dazu auf, rassistische Ämter gegen Asylbewerber zu entfernen. Drei Monate später eröffnete die Staatsanwaltschaft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts, dass Facebook eine Welle von Anti-Immigranten-Posten im sozialen Netzwerk nicht geschlagen hatte, was zu Rassenhass führte.

Deutsche Politiker und Prominente äußerten ebenfalls Besorgnis über den zunehmenden Hass auf soziale Medien, da allein im Jahr 2015 fast 1,1 Millionen Migranten und Flüchtlinge ins Land kamen.

Während Deutschland für seine Politik der offenen Tür in Bezug auf Flüchtlinge weitgehend gelobt wurde, zeigte eine Umfrage des Forsa - Instituts für Sozialforschung und statistische Analyse in der vergangenen Woche eine plötzliche negative Veränderung der Ansichten der deutschen Bevölkerung gegenüber Ausländern nach einem Massenangriff auf Sex in der Bundesrepublik Deutschland Stadt Köln.

Gepostet von Online Civil Courage Initiative am Montag, 18. Januar 2016

Die Online-Zivilcourage-Initiative ist die jüngste von verschiedenen Bemühungen, um die Erleichterung von Online-Extremismus und Hass auf soziale Medien zu verhindern. Im Dezember haben Facebook, Google und Twitter im Rahmen einer Vereinbarung mit deutschen Behörden vereinbart, Fälle von Hassreden innerhalb von 24 Stunden in Deutschland zu entfernen.

Nach den Terroranschlägen in Paris forderte die französische Regierung auch Facebook, Twitter, Apple, Google und Microsoft auf, die extremistische Propaganda zu bekämpfen und die Sicherheitsmaßnahmen im Falle eines zukünftigen Angriffs zu erweitern.

"Hassrede hat keinen Platz online - oder in der Gesellschaft", sagte Sandberg. "Gemeinsam können wir sicherstellen, dass die Stimmen des Friedens, der Wahrheit und der Toleranz gehört werden. Liebe ist lauter als Hass."